Ingo Feustel

Heilpraktiker
Stumpf 6 • 42929 Wermelskirchen

Die Neuraltherapie nach Huneke

Einführung

Bei dieser Methode geht man davon aus, dass in einem Krankheitsfall dem Nervensystem eine bedeutende Rolle zukommt und man bei Erkrankungen über das neurovegetative Nervensystem diese beeinflussen kann.

Die Neuraltherapie ist eine Methode, welche darauf abzielt, die körpereigenen Abwehr- und Heilungsmechanismen zu fördern. Der Mensch wird dabei immer als Ganzheit betrachtet.

Die Neuraltherapie ist eine unspezifische Regulationstherapie, in der ausschließlich Lokalanästhetika ("örtliche Betäubung") angewandt werden. Dabei wirkt das Neuraltherapeutikum sowohl als Therapeutikum als auch (durch Verschwinden der Beschwerden) Diagnostikum.

Geschichtliches

"Entdeckt" wurde die Neuraltherapie 1925 von den Brüdern Dr. Walter Huneke und Dr. Ferdinand Huneke. Sie stellten fest, dass die Art eines gespritzten Medikaments sowie der Ort der Injektion von entscheidender Bedeutung für den Therapieerfolg sind.

Zunächst wurde die Therapiemethode Heilanästhesie genannt, später wurde der Begriff Segmenttherapie gewählt. Nachdem Ferdinand Huneke 1940 das erste Sekundenphänomen beobachtete, wurden die Segmenttherapie und das Auslösen des Sekundenphänomens unter dem Begriff Neuraltherapie nach Huneke zusammengefasst.

Der Neuraltherapeut spritzt nervenwirksame Mittel in bestimmte Zonen des Körpers (Nerven, Muskeln, Gelenke oder in die Haut), um an anderer, nicht unbedingt zugänglicher Stelle eine heilende Wirkung zu erzielen. Zusätzlich kommt die Methode des Umspritzens eines erreichbaren Störfeldes zum Einsatz. Hierbei setzt der Therapeut Injektionen kreisförmig um ein Störfeld.

Die Wirkung der Neuraltherapie beruht dabei weniger auf der direkten betäubenden Wirkung des Procains, sondern darauf, dass übergeordnete Regelkreise des Körpers beeinflusst werden. Über das Nervensystem, das durch einen Strom ständig fließender Impulse alle Bereiche unseres Körpers miteinander verbindet, kommt es zu einer Umstimmung des Stoffwechsels und zur Neuregulation der Körperrhythmen. Neben der Schmerztherapie ist die Neuraltherapie deswegen auch bei den immer weiter zunehmenden funktionellen Störungen ein besonders wertvolles Therapieverfahren.

Die Neuraltherapeuten haben die Akupunktur gleichsam "neu entdeckt". Das beruht auf den Erfahrungen der Neuraltherapeuten.

Wie wirkt die Neuraltherapie?

Jede lebende Körperzelle hat ein elektrisches Potential von 40-90 Millivolt. Im Normalfall wird der gesunde Organismus dieses Potential aufrecht erhalten; gestörte Zellen können dies aber nicht mehr. Der Ausgleich wird über das eingespritzte Procain erreicht. Chronische Beschwerden können augenblicklich spurlos verschwinden. Oft sind aber mehrere Injektionen notwendig, um das auslösende Störfeld zu finden.

Ein Störfeld kann eine frühere Erkrankung, Verletzung, selbst eine unauffällige Narbe oder ein in seiner Funktion gestörtes Organ sein. Die aktive Mitarbeit des Patienten ist daher zur genauen Bestimmung des Störfelds unerlässlich.

Formen der Neuraltherapie

Lokalbehandlung

In den meisten Fällen beginnt man mit einer Lokalbehandlung am Ort des Schmerzes. Hierbei wird das Neuraltherapeutikum an der Stelle injiziert, an der die Beschwerden auftreten. Besonders Schmerzen, die auf dem Teufelskreis Verspannung, Schmerzen, Schonhaltung, Verspannung usw. beruhen, lassen sich so therapieren.

Segmenttherapie

Wird keine Besserung erzielt, folgt die Segmenttherapie, bei der über Reaktionszonen auf der Haut auf die verschiedenen Funktionsbereiche des Körpers eingewirkt wird.

Der Körper selbst lässt sich in verschiedene Zonen unterteilen. Diese Zonen sind jeweils einem Rückenmarksegment zugeordnet. Je nach Segment kann nun durch spezielle Reizung der Haut ein inneres Organ beeinflusst werden. Diese Art der Behandlung nennt man Segmenttherapie. Wird jedoch direkt am Ort des Schmerzes behandelt, so spricht man von einer Lokaltherapie.

Störfeldtherapie

Wird auch nun keine Besserung erzielt, liegt der Verdacht nahe, dass die Beschwerden durch ein Störfeld verursacht werden.

Die Ursachen von Erkrankungen können verschiedenster Natur sein und befinden sich manchmal auch in anderen Körperregionen als das Symptom selbst. Es ist durchaus möglich, dass bei Kopfschmerzen die Behandlung in der Beckenregion ansetzen muss, oder dass Zähne und Mandeln eine Störung in der Rumpfgegend verursachen. Diese bedarf einer Behandlung über das sogenannte Störfeld (Störfeldtherapie).

Wird nun bei der Störfeldsuche das entsprechende Störfeld, z. B. eine Narbe, ausgeschaltet, kommt es zum Sekundenphänomen (Störfeldtherapie).

Ca. 30% aller chronischen Krankheiten sind störfeldbedingt!

Anwendungsbereiche

  • Alle akuten Schmerz- und Entzündungszustände, z. B. Kopfschmerzen, Ischiasbeschwerden, Hexenschuss
  • Chronische Schmerzen, z.B. bei Gelenkrheuma, Bandscheibenschäden
  • Chronische Erkrankungen aufgrund eines Störfeldes, z. B. Kreislauferkrankungen, Migräne, Allergien, Angina pectoris
  • Umstimmung bei vegetativen Beschwerden und hormonellen Störungen, z. B. Schilddrüsenvergrößerung, Menstruationsstörungen

Nicht angewandt werden darf die Neuraltherapie bei

  • Allergie gegen das Neuraltherapeutikum
  • Gerinnungsstörungen und Antikoagulantientherapie
  • Sehr schweren Erkrankungen wie z. B. MS, Tbc, Nierenschwäche

Weitere Informationen

Internationale Medizinische Gesellschaft für Neuraltherapie nach Huneke
Regulations-Therapie e.V.
Alfredstraße 2
72250 Freudenstadt
Tel: 07441 21221

Literatur

  • Dosch, Peter: Lehrbuch der Neuraltherapie nach Huneke. 14. Aufl. Haug, Heidelberg, 1995
  • Huneke, F.: Das Sekundenphänomen in der Neuraltherapie. 6. Aufl. Haug, Heidelberg, 1985
  • Lewit, Karel: Manuelle Medizin. 7. Überarb. Aufl. Barth/Haug, Leipzig + Heidelberg, 1997
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